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„Facebook to go“ – Eine zukunftsweisende Veranstaltung für das Praxismarketing

© Schwarwel – Fotolia.com

Das Internet wird als Werbemedium für Mediziner immer attraktiver. So gaben bei einer Studie der Stiftung Gesundheit zu dem Thema „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2011“ 64,6 Prozent der befragten Zahnärzte, Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten an, dass die Praxishomepage sowie Einträge in Online-Suchverzeichnissen für sie das wichtigste Marketinginstrument zur Patientengewinnung und –information seien.

Vor diesem Hintergrund ist es für Praxisinhaber auch von Bedeutung, auf welche Art und Weise soziale Netzwerke wie Facebook, XING oder Twitter effektiv genutzt werden können. Facebook ist das derzeit größte und wichtigste soziale Netzwerk. Die Plattform hat etwa 900 Millionen aktive Nutzer weltweit, täglich werden allein 250 Millionen Fotos hochgeladen.(Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-02/facebook-boersengang-in-zahlen) Diese Zahlen lassen erahnen, welch hohes Verbreitungspotential das Netzwerk bietet. Dennoch sind die Vorteile sozialer Netzwerke vielfach noch nicht bei der Berufsgruppe medizinischer Leistungserbringer angekommen und es bestehen Berührungsängste.

Vorbehalte abzubauen sowie Einblicke und Entscheidungshilfen im Bereich Social Media zu geben – mit diesem Ziel fand der Workshop „Facebook to go – Chancen und Risiken der neuen Medien“ am 31.03.2012 statt. Herr Rechtsanwalt Jens Pätzold, Lyck & Pätzold Medizinanwälte, gab dabei in Zusammenarbeit mit einem Werbeexperten einen Überblick über rechtliche Fragestellungen in Bezug auf den Einsatz von Social Media sowie zu der konkreten Umsetzung im Einzelfall. Medizinische Leistungserbringer konnten sich dabei nicht nur das nötige Know-How aneignen, sie hatten auch die Möglichkeit im Workshop ihre eigene – rechtssichere – Facebookseite aufzubauen. Insbesondere das beachten der rechtlichen Rahmenbedingungen stand im Mittelpunkt des Workshops. Denn Facebook ist kein rechtsfreier Raum. Und so sind neben den üblichen Gesetzen, wie dem Urheberrecht und dem allgemeinen Werbe- und Wettbewerbsrecht, insbesondere auch die Nutzerrichtlinien von Facebook selbst zu beachten. Denn verstößt man gegen diese Richtlinien, kann dies die Löschung des Profils zur Folge haben. Der Imageverlust in einem solchen Fall kann natürlich beträchtlich sein.

Das große Interesse sowie die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer sind ein Ansporn auch zukünftig weitere Workshops in diesem Bereich anzubieten. Neue Termine für das laufende Jahr werden nach den Sommerferien bekannt gegeben.

Zusammenfassend sollen einige grundlegende Punkte zur Erstellung und Optimierung eines Facebookprofils vorgestellt werden.

1. Ihre „Social Visitenkarte“

Als „Visitenkarte“ des Praxisprofils sollte auf eine einladende Gestaltung der Seite geachtet werden. Denn der erste Eindruck entscheidet häufig, ob ein Besucher das Profil ansprechend findet und einen längeren Blick darauf wirft.

Zentrale Merkmale des Layouts sind dabei das große, zuerst ins Auge stechende Titelbild sowie das Profilbild. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die hinterlegten Bilder von einem professionellen Fotografen erstellt werden, denn dieser hat häufig einen besseren Blick für eine optimale Motivauswahl und Ausleuchtung. Weiterhin vermitteln die qualitativ hochwertigen Bilder den Eindruck von Professionalität und heben sich von Profilen ab, die sich mit selbst kreierten Schnappschüssen oder unvorteilhaften Posen präsentieren.

2. Präsent sein, ohne zu nerven…

Häufig wird in dem Unterhalten eines Facebookprofils eine besonders arbeitsaufwändige Aufgabe vermutet. Entsprechend oft stellen Nutzer die Frage, wie häufig Neuigkeiten oder Kommentare gepostet werden sollen. Auf diese Frage kann keine allgemeingültige Antwort gegeben werden. Wichtig ist, dass die „Fans“ eines Praxisprofils nicht mit Informationen überfrachtet oder genervt werden, der Praxisinhaber aber dennoch stetig präsent bleibt. Es ist sogar davon auszugehen, dass eine geringere Anzahl an Posts (etwa eines bis drei pro Woche) das Interesse an dem Profil steigern wird. Die meisten Facebook-Nutzer kann man dabei am Abend mit einer Neuigkeit erreichen.

Bei der Frage nach dem Inhalt eines Posts sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist eine möglichst ausgewogene Themenwahl, die eine interessante Mischung aus fachlichen und aktuellen Fragstellungen sowie aus lustigen und unterhaltsamen Beiträgen enthält. Für den Ernstfall besteht die Möglichkeit eine Liste mit potentiellen Themen zu erstellen, auf die der Nutzer jederzeit zurückgreifen kann.

3. „Gefällt mir!“

Um Patienten auf ein neu erstelltes oder bereits bestehendes Praxisprofil aufmerksam zu machen, bietet sich eine direkte Ansprache in den Praxisräumen an. Dabei kann sich der Praxisinhaber entsprechender Flyer oder Aushänge bedienen, auf welche die Mitarbeiter gegebenenfalls aktiv hinweisen. Im Wartezimmer könnte ein Aushang die Patienten dazu animieren bereits während der Wartezeit mit Smartphone oder Tablet-PC die Praxis-Fanpage zu besuchen und auf den „Gefällt mir“-Button zu klicken.

4. Wer nicht fragt, bleibt dumm…

Die wichtigste Kommunikationsform für den Betreiber einer Facebook-Fanpage ist das regelmäßige Posten von Kommentaren, Bildern oder anderen Neuigkeiten, um bei den Fans stetig präsent zu bleiben. Darüber hinaus bietet es sich an, die Fans immer wieder aktiv anzusprechen, indem Fragen in den Raum geworfen oder Umfragen gestartet werden. Hierdurch werden die Fans zum Mitmachen animiert und die Aktivität auf der Seite gesteigert.

Neben der Aufmerksamkeit bereits vorhandener Fans bietet dieses Vorgehen die Möglichkeit auch andere Nutzer für sich zu gewinnen. Da Kommunikation bei Facebook in der Regel öffentlich stattfindet, kann diese auch von Kontaktpersonen der Fans mit verfolgt und deren Neugier geweckt werden.

5. Werbung via Facebook

Facebook bietet medizinischen Leistungserbringern weiterhin die Möglichkeit zielgruppenorientiert mit Kleinanzeigen zu werben. Dabei können etwa Alter, Interessen oder Wohnort derjenigen Nutzer festgelegt werden, welchen die Anzeigen auf ihrer Profilseite dargestellt werden. Dies bietet die Möglichkeit Werbeanzeigen möglichst effektiv und erfolgreich zu platzieren.

Praxistip

Facebook bietet als zukunftsweisendes Werbemedium vielversprechende Möglichkeiten, um Patienten an die Praxis zu binden sowie neu zu gewinnen. Grundvoraussetzung ist dabei der sichere Umgang mit den technischen Gegebenheiten sowie die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben. Mit dem notwendigen Know-How und einer professionellen Umsetzung können schnell positive Effekte erzielt werden.

 

RA Pätzold

Autor: RA Pätzold

Jens Pätzold ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht und als Healthcare-Experte spezialisiert auf die Beratung medizinischer Leistungserbringer. Seit 2002 betreut er bundesweit (Zahn-)Arztpraxen bei der strategischen Optimierung und hat dabei zahlreichen Praxen in Deutschland mit seinem strategischen und rechtlichen Fachwissen zu einem weit überdurchschnittlichen Wachstum und Ertrag verholfen. Weitere Beratungsschwerpunkte sind das Compliance Management im Gesundheitswesen sowie die Beratung und Vertretung von Healthcare-Unternehmen (z.B. Medizinprodukte- und Medizingerätehersteller, Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetika).

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