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Aufräumen bei der Apobank…

Anfang der Woche sah sich die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in Düsseldorf zu drastischen Maßnahmen gezwungen und und entließ die beiden Vorstandsmitglieder Stefan Mühr und Claus Verfürth.

Hintergrund sind staatsanwaltliche Ermittlungen gegen eine Immobilienfirma namens Licon und gegen  Mitarbeiter der Bank. Die Vorwürfe gegen sie stehen im Zusammenhang mit Festnahmen bei Licon, bei der Manager der Untreue verdächtigt werden. Die Presse hat hierüber in den vergangenen Tagen intensiv berichtet (z.B. Die Welt)

Die Baugruppe Licon saniert Altbauten, die in der Regel unter Denkmalschutz stehen. Für den Vertrieb der Objekte führt Licon eine Tochtergesellschaft namens Medicon. Die Apobank hat seit 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit Medicon und stellt bei Bedarf die Erwerberfinanzierung zur Verfügung.

Offenbar kam es im Rahmen dieser Kooperation zu Unregelmäßigkeiten, die nun ins Visier der Ermittlungsbehören geraten sind. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich einzelne Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter nicht korrekt verhalten haben und unter Verdacht stehen, unerlaubt persönliche Vorteile erhalten zu haben.

Die Apo-Bank hat nun deutlich reagiert: 2 Vorstände wurden entlassen, eine unabhängige Untersuchungskommission, die sich aus internen und externen Wirtschaftsprüfern, Juristen und Bankfachleuten wurde zusammengesetzt und zugleich wurde ein Amnestie-Programm für Mitarbeiter aufgelegt, damit diese ihr möglicherweise vorhandenes Hintergrundwissen preisgeben.

Außerdem hat die Apobank in einer ausführlichen Presseerklärung Stellung bezogen und deutlich gemacht, dass Kunden durch die Geschehnisse nicht geschädigt wurden.

Die Apobank scheint es mit der Aufklärung also ernst zu meinen. Während viele Banken aus der letztjährigen Finanzkrise keine sichtbaren Konsequenzen gezogen haben, muss man der Apobank zumindest zu Gute halten, dass sie nun in der Krise deutlich reagiert und sichtlich bemüht ist, die Geschehnisse aufzuarbeiten und nichts zu verschleiern. Wenn die Verantwortlichen diesen Kurs fortsetzen, kann die Apobank aus dieser Krise sogar gestärkt hervorgehen und derzeit gefährdetes Vertrauen zurückgewinnen. Dies setzt aber voraus, dass der eingeschlagene Kurs genau so fortgesetzt und wirkliche  Transparenz für die Kunden geschaffen wird.

Pressespiegel zum Thema:

Apo-Bank: Bittere Pille
Handelsblatt
Ausgangspunkt für Bestechungsvorwürfe gegen die Apo-Bank-Bande ist ein Immobilienskandal. Die Kunden reagieren betroffen. von Yasmin Osman und Laura de la 

Reaktion auf Bestechungsvorwürfe Apobank beruft Vorstände ab
Spiegel Online
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen Manager der Apotheker- und Ärztebank eingeleitet – wegen des Verdachts der Bestechlichkeit: Der Aufsichtsrat 

Apobank entlässt Vorstände wegen Immobilienaffäre
von Aerzteblatt.de
Düsseldorf – Die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) in Düsseldorf hat die beiden Vorstandsmitglieder Stefan Mühr und Claus Verfürth abberufen. Hintergründe sind Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen die beiden Vorständler und andere …

Bestechungsskandal: Die fragwürdigen Geschäfte der Apobank …
Die Düsseldorfer Apobank gerät in einen Bestechungsskandal um denkmalgeschützte Immobilien. Zwei Vorstände mussten deshalb gehen.
www.wiwo.de/…/die-fragwuerdigen-geschaefte-der-apobank-…

„Wir werden das jetzt sauber abarbeiten“
Ärzte Zeitung
Die Bestechungsvorwürfe im Zuge der Zusammenarbeit mit dem Immobilienvermittler Licon erschüttern die apoBank. Vorstandssprecher Herbert Pfennig erläutert, 
Chronik: Ein schwieriges Jahr für die apoBank
Ärzte Zeitung
Juni 2009: Vorstandssprecher Günter Preuß wird in der Vertreterversammlung der apoBank mit Ovationen in den Ruhestand verabschiedet. 
Reform der Boni-Regelungen stockt
RISIKO-MANAGER.com
Als Reaktion darauf und unter dem Eindruck intensiver öffentlicher sowie politischer [mehr] Die Düsseldorfer Apotheker- und Ärztebank (Apobank) kämpft 
Licon: Denkmalschutz-Immobilien als Steuersparmodell
Ärzte Zeitung
Einziger Firmenzweck: der exklusive Vertrieb von Licon-Immobilien an vermögende Kunden der apoBank. Die Daten von Ärzten und Apothekern, die sich mit dem 
RA Pätzold

Autor: RA Pätzold

Jens Pätzold ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht und als Healthcare-Experte spezialisiert auf die Beratung medizinischer Leistungserbringer. Seit 2002 betreut er bundesweit (Zahn-)Arztpraxen bei der strategischen Optimierung und hat dabei zahlreichen Praxen in Deutschland mit seinem strategischen und rechtlichen Fachwissen zu einem weit überdurchschnittlichen Wachstum und Ertrag verholfen. Weitere Beratungsschwerpunkte sind das Compliance Management im Gesundheitswesen sowie die Beratung und Vertretung von Healthcare-Unternehmen (z.B. Medizinprodukte- und Medizingerätehersteller, Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetika).

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